Welcher Hund ist der Richtige für mich?

Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Wenn es um Zuneigung, Treue und Dankbarkeit geht, ist seine Liebe mit nichts Vergleichbarem aufzuwerten. Dennoch stehen potentielle Hundebesitzer vor dem Problem, für welchen Vierbeiner sie sich entscheiden sollen. Schließlich gibt es über 340 Hunderassen, die ganz spezifische Eigenschaften haben.

Für welchen Hund soll ich mich entscheiden?

Was viele unterschätzen, eine Rasse ist nicht nur durch ihr markantes Aussehen gekennzeichnet, sondern auch durch ganz spezifische Charaktereigenschaften. So solltest du dich vorab mit ein paar Favoriten deiner Wahl intensiver beschäftigen, bevor du eine endgültige Entscheidung triffst.

Denke daran, du wirst mindestens die nächsten 10 Jahre mit einem neuen Buddy verbringen.

1) Aussehen

Ob Schlappohren, runde Augen oder kunterbunt: An dieser Stelle gehen die Geschmäcker auseinander. Jeder bevorzugt einen anderen Gesichtsausdruck, Ohrengröße oder Statue. So solltet ihr für euch entscheiden, welche Rasse zum Favoritenkreis gehört. Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Hundes bildet schlussendlich seine Größe.

Bedenke, dass das Format eines Vierbeiners in direktem Zusammenhang mit deinem Platz zuhause steht. So macht es einen Unterschied, ob ihr eine kleine Wohnung in der City habt oder ein Haus mit Garten und einem großzügigen Auslauf.

Tipp: Werft unbedingt einen Blick in euren Mietvertrag. Einige Mieter erlauben kleine Hunde. In diesen Bereich fallen zum Beispiel Pinscher, Terrier und Bulldogs, aber nicht Doggen, Labrador oder Jagdhunde. So sollten die Wohnung, eure Zeit und die gebotenen Möglichkeiten dem Charakter und dem Anspruch des Hundes gerecht werden.

2) Fell

Ein weiteres Auswahlkriterium stellt die Länge des Fells dar. Auch hier bringen die Hunde alles mit von rau, über lang und glatt bis hin zu lockig und wellig. Insbesondere die drahtigen kurzen Haare gelten bei vielen Hundebesitzern als äußerst beliebt. Dennoch solltet ihr nicht ihre Eigenart unterschätzen, sich an Teppichen, Sofas und Textilien festzuklammern.

Darüber hinaus verursachen Hunde mit einem sehr langen und pflegeintensiven Fell einen Mehraufwand. Bürsten, Kämmen und Waschen nehmen schnell ein paar Stunden in der Woche in Anspruch. Habt ihr keine Lust, einen Hund ausgiebig zu kämmen und wollt ihr stattdessen mehr Zeit an der frischen Luft beim Gassigehen und Spielen verbringen? Dann ist ein Hund mit langem Fell vielleicht nicht das Richtige.

3) Temperament, Charakter und Wesenszüge

Hier bestehen enorme Unterschiede zwischen den einzelnen Rassen. So gibt es Hunderassen, die speziell für den Hütetrieb und den Jagdtrieb verantwortlich sind. Wohingegen andere als Begleithunde und Gesellschaftshunde bereits glücklich sind, wenn Herrchen und Frauchen an ihrer Seite bleiben.

Tatsächlich gibt es einige Wesenszüge, wie zum Beispiel den Trieb, der in die Hände von erfahrenen Hundehaltern gehört. Zu diesem Zweck hat man ausgehend vom FCI – der Fédération Cynologique Internationale – alle bestehenden Hunderassen in zehn Gruppen eingeteilt. Wir können davon ausgehen, dass die Hunde in diesen Gruppen mit ähnlichen Wesenszügen und Merkmalen ausgestattet sind.

Die 10 Gruppen des VDH

Es wäre die beste Entscheidung, erst einmal an diesem Punkt anzusetzen:

  1. Hüte und Treibhunde
  2. Pinscher und Schnauzer
  3. Terrier
  4. Dachshunde
  5. Spitze und Hunde vom Urtyp
  6. Laufhunde, Schweißhunde
  7. Vorstehhunde
  8. Apportierhunde, Wasserhunde und Stöberhunde
  9. Gesellschafts- und Begleithunde
  10. Windhunde

Es ist empfehlenswert, einen Blick auf die typischen Wesensmerkmale der jeweiligen Gruppe zu werfen, um sich eine favorisierte Rasse und ihre Gruppe genauer anzusehen. Vielleicht ergeben sich ganz andere Alternativen und Favoriten. Du möchtest einen eigenwilligen und selbstbewussten Hund? Dann sind die Bullrassen, aber auch die kleinen Shiba Ihnu Füchse vielleicht das Richtige.

Soll dein Hund wachsam sein?

Viele zukünftige Hundebesitzer mit einem Haus und einem Grundstück wünschen sich einen Hund, der bis zu einem gewissen Grad einen angeborenen Schutztrieb mitbringt.

Doch Vorsicht: Diese Eigenschaft kann auch ihre Tücken haben. Schließlich gelten diese Hunde mit einem ausgeprägten Schutztrieb als selbstbewusst, intelligent und anspruchsvoll.

4) Hundesport

Tatsächlich gibt es in diesem Punkt einen maßgeblichen Unterschied zwischen den Rassen. Einige Hunde sind nur mäßig für den Hundesport zu begeistern. Du wirst nie mit einem Dackel die Schutzhundeklasse I ablegen, aber ohne Probleme die Begleithundeprüfung.

Geht es in den Bereich der Jagd oder in den Suchhundesport? Dann solltest du dich für eine Rasse entscheiden, die bereits einen angeborenen Jagdtrieb mitbringt.

5) Wie viel Bewegung am Tag braucht ein Hund?

Hier kommen wir zu einer der wichtigsten Kriterien, wenn es um den Hundekauf geht. Stellt von Anfang an fest, wie viel Bewegung ihr wirklich pro Tag erübrigen könnt.

Grundsätzlich sollte jeder Hund die Gelegenheit für eine Gassirunde bekommen. Das lässt sich mit dem menschlichen Zeitung-Lesen, mit dem Erkunden, mit einem Stadtbummel oder dem Bedürfnis nach Abwechslung vergleichen.

Hinzu kommt der Grad der Auslastung. Unterforderte Hunde, die nicht genügend Gelegenheit bekommen, sich über den Tag auszupowern, werden unwiderruflich zum Problem. So gibt es in diesem Bereich Hütehunde oder Windhunde, die nicht mit einer halben Stunde oder Stunde am Tag Auslauf zufrieden sind, sondern intensiv am Rad laufen. Im Vergleich machen Gesellschaftshunde, wie zum Beispiel die englische Bulldogge und der Cocker Spaniel, gerne ausgiebige Spaziergänge mit, sind aber auch mit einer kleineren Runde zufrieden ist.

Hunde Anfänger oder erfahrener Hundebesitzer?

Tatsächlich gibt es Rassen, die sich ausschließlich für erfahrene Hundehalter eigenen. So sollte wenn möglich ein Malinois oder ein Weimaraner nicht in die Hände von vollkommen unerfahrenen Hundebesitzern kommen. Auch hier gibt es spezifische Rassen, die sich für Hundeanfänger eignen.

Auslastung versus Unterforderung

Im Prinzip ist es das Ziel eines jeden Lebewesens, ein gewisses Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung zu wahren. Kommt es über längere Zeit hinweg zu einem Ungleichgewicht, steuert jeder Hund dagegen. Hier ist von dem Reiz-Reaktions-Muster die Rede. Ist ein Hund überfordert und erhält für sich zu wenige oder niedrige Reize, reagiert er darauf, indem selbst der schwächste Reiz eine starke Reaktion auflöst.

Unkontrollierte, hysterisch kläffende und exzessive Hunde sind zumeist das Ergebnis, von einem Defizit im Reiz-Reaktions-Muster.

Leben Kinder im Haushalt?

Wenn dies der Fall ist, solltest du unbedingt auf den Zusatz „Familienhund“ in der Rassebeschreibung achten. Denn diese Hunde haben kein Problem damit, wenn es vonseiten der kleinen Hundebesitzer mal etwas rauer zugeht. Wir haben es hier mit Hunden zu tun, die eine besonders hohe Reizschwelle besitzen. Das bedeutet: Sie reagieren nur auf sehr starke Reize. Tatsächlich lässt es diese Hunderassen schon fast kalt, wenn eine Gang losgelassener Kinder durch den Korridor läuft. Wohingegen Windehunde mit einer niedrigen Reizschwelle schnell eine Krise bekommen. Insbesondere große und schwere Hunde wie zum Beispiel, Molosser, aber auch Herdenschutzhunde, bringen eine angeborene stoische Ruhe mit in jede Familie.

Was Dopamin mit dem Gemüt der Hunde zu tun hat?

Familienhunde werden als ausgeglichen, geduldig und zurückhaltend, aber auch gelassen geschrieben. Für die erwähnte hohe Reizschwelle und die damit verbundene Trägheit ist ein Hormon namens Dopamin verantwortlich. Diese Hunde haben einen sehr geringen Dopaminspiegel. Erst wenn diese Reizschwelle überschritten wird, zeigen sie ein extremes Verhalten, lassen sich im Gegenzug aber schnell wieder beruhigen.

So genannte nervöse, hippelige und agile sowie aktive Hunde haben einen sehr hohen Dopaminspiegel und reagieren bereits auf sehr leichte Reize und können über längere Zeit wie aufgeputscht bleiben.

 

VDH Ausstellungen

Über das Jahr verteilt gibt es deutschlandweit Ausstellungen, auf denen die unterschiedlichen Rassehunde vorgestellt und bewertet werden. Diese Ausstellungen sind öffentlich zugänglich, sodass interessierte und zukünftige Hundebesitzer eine optimale Plattform vorfinden. Ihr habt die Gelegenheit, mit so vielen unterschiedlichen Rassen wie möglich in Kontakt zu kommen.

Auf jeder Ausstellung gibt es einen Ausstellerbereich mit unterschiedlichen Ringen. Das sind abgetrennten Bereiche, auf denen die Hunde vorgeführt werden. Hier kannst du

  • Junghunde,
  • Welpen,
  • erwachsene Hunde einer Rasse an einem Tag sehen,
  • mit Züchtern und Ausstellern ins Gespräch kommen und
  • vielleicht schon einmal erste Kontakte knüpfen.

Für viele war gerade auf einer Ausstellung Liebe auf den ersten Blick. Wenn dann auch noch der passende Züchter dabei ist, der mit Know-how und Freundlichkeit überzeugt – was gibt es da noch Besseres?

Rassehund oder Mischling?

Nicht jede Familie und nicht jeder Hundeliebhaber sucht nach einer bestimmten Rasse, sondern weiß auch das Überraschungspaket eines Mischlings zu schätzen. Tausende Hunde deutschlandweit und europaweit suchen in den Tierheimen sehnlichst einen neuen Besitzer. Hier sollten sich die potentiellen Hundebesitzer besonders viel Zeit nehmen, um über mehrmalige Treffen ein wirkliches Kennenlernen zu ermöglichen.

Obendrein erlauben es Tierheime, den Hund zum Beispiel für ein paar Stunden oder über Nacht mit nachhause zu nehmen, um sein Verhalten in der Familie auszutesten.

Es ist NICHT zu empfehlen, sich während des ersten Besuchs einen Hund auszusuchen und diesen sofort mitzunehmen.

 

Welcher Hund passt zu mir?

Wie du gesehen hast, sind mit der Entscheidung für einen Hund gleich mehrere wichtige Teilbereiche verbunden. So verbindet jede Hunderasse ganz bestimmte Charakteristiken, Eigenheiten und Wesenszüge miteinander, die optimal in deinen Alltag passen sollten.

Die beste Möglichkeit, um sich einen Überblick über alle Rassen zu machen, bieten die nationalen und internationalen Hundeausstellungen des VDH, auf denen jährlich alle Züchter zusammenkommen.

Ist der erste Kontakt zu einem Züchter erst einmal geknüpft? Dann kannst du über mehrere Besuche eben genau den passenden Hund und Welpen auswählen, der zu dir, deiner Familie, deinen Platzverhältnissen und deinen Bedürfnissen passt.

By |2017-04-07T19:23:07+00:00April 7th, 2017|Categories: Blog|Tags: , , , , |Kommentare deaktiviert für Welcher Hund ist der Richtige für mich?