Darmflora beim Hund aufbauen. Was wirklich hilft und was nur Mythos ist

Darmflora beim Hund aufbauen. Was wirklich hilft und was nur Mythos ist

Dein Hund hatte Durchfall, eine Wurmkur oder eine Runde Antibiotika hinter sich, und jetzt willst du seinen Darm wieder auf die Beine bringen. Im Netz findest du Dutzende Tipps von Joghurt über Sauerkraut und Heilerde bis zu Kurkuma und teuren Pulvern. Aber was davon hilft wirklich, was ist nur gut gemeint, und was kann sogar schaden?

Dieser Artikel sortiert das für dich. Ehrlich, ohne Wundermittel-Versprechen, mit klarem Blick darauf, was die Wissenschaft stützt und was in den Bereich der Küchenmythen gehört.

Kurz zur Einordnung. Warum der Darm für die Gesundheit deines Hundes so zentral ist, wie er mit Immunsystem, Haut und sogar der Psyche zusammenhängt, erklären wir ausführlich in unserem Überblicksartikel Das unterschätzte Organ. Hier geht es um die Praxis, also um das konkrete Aufbauen.

Zuerst das Wichtigste. Wann ist ein Darmaufbau überhaupt sinnvoll?

Nicht jeder Hund braucht eine „Darmsanierung“. Der Begriff klingt nach großem Programm, gemeint ist aber schlicht das Stabilisieren einer aus dem Gleichgewicht geratenen Darmflora. Sinnvoll ist das vor allem in diesen Situationen.

  • Nach einer Antibiotikagabe. Antibiotika wirken nicht selektiv, sie treffen auch die nützlichen Darmbakterien. Der klassische Fall für einen gezielten Wiederaufbau.
  • Nach einer Wurmkur oder einem Parasitenbefall (etwa Giardien). Beides verändert das Darmmilieu deutlich.
  • Nach einem Magen-Darm-Infekt mit Durchfall oder Erbrechen.
  • Nach abrupter Futterumstellung, die zu Fehlgärung geführt hat.
  • In anhaltenden Stressphasen (Umzug, Verlust eines Partnertiers, viel Trubel).

Wenn dein Hund dagegen rundum fit ist, gut verdaut und glänzendes Fell hat, braucht er keine „Kur“. Ein gesunder Darm reguliert sich weitgehend selbst. Die beste Vorsorge ist dann einfach gutes, ballaststoffreiches Futter und wenig Stress, nicht ein Regal voller Pulver.

Woran du eine gestörte Darmflora beim Hund erkennst

Hier muss ich dich einmal enttäuschen, bevor ich dir helfe. Eine Dysbiose, also ein gestörtes Bakteriengleichgewicht, kann man dem Hund nicht ansehen. Es gibt kein Symptom, das sie beweist. Was es gibt, sind Hinweise. Dazu kommt eine Menge Halbwissen, das im Netz als Checkliste verkauft wird.

Ernst zu nehmende Hinweise

  • Kot, der über Wochen wechselt. Mal fest, mal breiig, ohne erkennbaren Anlass. Das ist der verlässlichste Alltagshinweis.
  • Anhaltende Blähungen und Gurgeln. Vor allem, wenn sie neu auftreten und nicht zum Futter passen.
  • Gewichtsverlust trotz normalem Fressen. Immer ein Fall für die Tierarztpraxis, nicht für ein Pulver.
  • Wiederkehrende Haut- oder Ohrenprobleme. Der Darm ist nicht die einzige Ursache, gehört aber mit auf die Liste.

Was oft genannt wird und was tatsächlich dahintersteckt. Mundgeruch, Gras fressen und Kot fressen stehen in fast jedem Ratgeber als Zeichen für eine gestörte Darmflora. Du hast recht, dass hinter jedem dieser Verhalten etwas steckt. Es ist nur meist etwas anderes, und diese Erklärungen sind für dich sogar nützlicher.

Mundgeruch entsteht in den allermeisten Fällen im Maul selbst. Die häufigste Ursache ist eine Parodontalerkrankung, also entzündetes Zahnfleisch mit Belag und Zahnstein. Das ist ein echtes Problem, das behandelt gehört, nur eben beim Zahn und nicht im Darm. Seltener stecken Nieren-, Leber- oder Zuckererkrankungen dahinter, weshalb hartnäckiger Mundgeruch immer in die Tierarztpraxis gehört.

Gras fressen ist bei Hunden schlicht normal. In der größten Untersuchung dazu, mit 1.571 Hunden, wirkten nur rund neun Prozent vor dem Grasfressen krank, und nur etwa 22 Prozent erbrachen danach. Die verbreitete Vorstellung, Hunde fräßen Gras, um sich zu übergeben, trifft also auf die wenigsten zu.

Kot fressen hat vermutlich eine Vorgeschichte, die sehr viel weiter zurückreicht. Eine Untersuchung der University of California fand keinen Zusammenhang mit Magen-Darm-Beschwerden, Nährstoffmangel oder Zwangsverhalten. Die Autoren vermuten stattdessen ein Erbe des Wolfes. Frischen Kot aus dem Ruhebereich zu beseitigen schützte vor Parasiten, deren Eier erst nach etwa zwei Tagen ansteckend werden. Dazu passt, dass die Hunde fast ausschließlich frischen Kot fraßen.

Worauf du trotzdem achten solltest. Entscheidend ist nicht das Verhalten an sich, sondern die Veränderung. Ein Hund, der seit Jahren gelegentlich Gras zupft, ist unauffällig. Ein Hund, der plötzlich hektisch Gras frisst, auf einmal gierig Kot frisst, obwohl er das nie getan hat, oder dabei abnimmt, gehört untersucht. Dann geht es aber um Fragen wie Parasiten oder eine gestörte Nährstoffaufnahme, und die klärt eine Tierarztpraxis, keine Darmkur.

Was tatsächlich messbar ist. Die Tiermedizin hat für genau diese Frage einen Labortest, den Dysbiose-Index. Dabei werden aus einer Kotprobe sieben Bakteriengruppen und die Gesamtkeimzahl per PCR bestimmt und zu einem einzigen Wert verrechnet. Er unterscheidet gesunde Hunde und Hunde mit chronischer Darmerkrankung mit einer Sensitivität von 74 und einer Spezifität von 95 Prozent. Bei wiederkehrenden Problemen ist dieser Test deutlich sinnvoller als jede Symptomliste. Frag in deiner Tierarztpraxis danach, bevor du auf Verdacht Produkte kaufst.

Darmsanierung beim Hund. Warum der Begriff irreführend ist

„Darmsanierung" ist das Wort, nach dem die meisten suchen, und es ist gleichzeitig das Wort, das am meisten Schaden anrichtet. Es klingt nach Baustelle, also erst abreißen und dann neu aufbauen. Genau so funktioniert der Darm aber nicht.

Es wird nichts saniert und nichts ausgeleitet. Was tatsächlich passiert, ist unspektakulärer und tröstlicher. Du fütterst die Bakterien, die ohnehin da sind, so lange gut, bis sie sich wieder durchsetzen. Der Darm macht die Arbeit, nicht das Produkt.

Deshalb ist auch jede „Kur", die mit Ausleiten oder Entgiften wirbt, ein Warnsignal. Und deshalb sprechen wir in diesem Artikel von Darmaufbau statt von Darmsanierung.

Der wichtige Sicherheitshinweis vorweg

Anhaltender Durchfall, Erbrechen, Blut im Kot, Fieber oder ein sichtlich kranker Hund gehören immer zeitnah in die Tierarztpraxis, unabhängig von jeder Vermutung über die Darmflora. Ein Darmaufbau ist kein Ersatz für eine Diagnose. Er hilft bei einem gestörten Bakteriengleichgewicht (Dysbiose), nicht bei einer Infektion, einem Fremdkörper oder einer ernsten Erkrankung. Im Zweifel gilt immer, erst abklären zu lassen und dann aufzubauen.

Und noch etwas. Bei Kräutern und Hausmitteln, die du selbst zusammenstellst, lohnt sich der Blick auf die Menge. Kurkuma, Oregano oder Thymian sind in kleinen Mengen unproblematisch, in höherer Dosierung können sie aber Durchfall oder Erbrechen auslösen. Wenn du unsicher bist, wie viel für deinen Hund passt, frag kurz in deiner Tierarztpraxis nach.

Was wirklich hilft. Die vier tragenden Säulen

Ein erfolgreicher Darmaufbau ist kein einzelnes Wundermittel, sondern ein Zusammenspiel. Vier Bausteine tragen ihn.

Säule 1. Schonkost als Startpunkt

Wenn der Darm gereizt ist, hilft es, ihn zunächst zu entlasten. Leicht verdauliche Schonkost über ein bis zwei Tage ist ein bewährter Einstieg. Klassiker sind gekochtes Hühnchen mit Reis oder die bekannte Morosche Karottensuppe. Ziel ist nicht, dauerhaft so zu füttern, sondern dem Darm eine ruhige Basis zu geben, auf der sich die gute Flora wieder ansiedeln kann.

Säule 2. Präbiotika, das Futter für die guten Bakterien

Hier entsteht oft Verwirrung, deshalb kommt jetzt der wichtigste Unterschied dieses Artikels.

Präbiotika sind nichts Lebendiges, sondern Futter. Genauer gesagt sind es Ballaststoffe, die dein Hund selbst nicht verdauen kann. Sie wandern unverdaut bis in den Dickdarm, und dort fressen die nützlichen Bakterien sie auf. Aus diesem Futter stellen die Bakterien kurzkettige Fettsäuren her, die die Darmschleimhaut stärken.

Auf Verpackungen begegnen dir dafür oft Abkürzungen. Die drei häufigsten sind schnell erklärt. Inulin und FOS, kurz für Fructo-Oligosaccharide, stammen meist aus der Zichorienwurzel, also der Pflanze, die wir als Chicorée kennen. MOS, also Mannan-Oligosaccharide, werden aus der Zellwand von Hefe gewonnen. Pektine stecken zum Beispiel in Kürbis und Apfel.

Ballaststoffe sind hier der eigentliche Held. Nicht das teuerste Pulver macht den Unterschied, sondern ob die guten Bakterien überhaupt etwas zu fressen bekommen. Ohne Präbiotika verhungern selbst die besten Probiotika.

Säule 3. Probiotika, die lebenden Bakterien

Probiotika sind lebende, nützliche Bakterienkulturen. Wichtig zu wissen ist, dass sie meist nicht dauerhaft im Darm einziehen. Studien an Hunden zeigen, dass die zugeführten Stämme nach dem Absetzen binnen ein bis zwei Wochen wieder verschwinden. Sie wirken also eher wie Gastarbeiter, die das System stabilisieren, solange sie da sind. Das erklärt, warum eine Woche Pulver wenig bringt. Es gibt sie als Nahrungsergänzung in Pulverform, praktisch zum Untermischen ins Futter, und in einigen Lebensmitteln.

Der entscheidende Punkt. Probiotika und Präbiotika gehören zusammen. Die Präbiotika füttern nicht nur die Zugereisten, sondern vor allem die Bakterien, die ohnehin im Darm leben. Diese Kombination nennt man Synbiotikum, und sie ist meist wirksamer als eines allein.

Präbiotika und Probiotika im Vergleich Präbiotika sind Ballaststoffe, also Futter für die Darmbakterien. Probiotika sind lebende Bakterien, die vorübergehend unterstützen. Zusammen ergeben sie ein Synbiotikum. DER WICHTIGSTE UNTERSCHIED Präbiotika Das Futter Ballaststoffe, die dein Hund selbst nicht verdaut. Sie kommen im Dickdarm an und ernähren dort die nützlichen Bakterien. Inulin, FOS, MOS, Pektine + Probiotika Die Gastarbeiter Lebende Bakterien, die du zufütterst. Sie ziehen meist nicht dauerhaft ein, sondern stabilisieren den Darm, solange du sie gibst. Pulver zum Untermischen Synbiotikum Meist wirksamer als eines allein Präbiotika und Probiotika im Vergleich Präbiotika sind Futter für die Darmbakterien, Probiotika sind lebende Bakterien, die vorübergehend unterstützen. Zusammen ergeben sie ein Synbiotikum. DER WICHTIGSTE UNTERSCHIED Präbiotika Das Futter Ballaststoffe, die dein Hund selbst nicht verdaut. Sie kommen im Dickdarm an und ernähren dort die nützlichen Bakterien. Inulin, FOS, MOS, Pektine + Probiotika Die Gastarbeiter Lebende Bakterien, die du zufütterst. Sie ziehen meist nicht dauerhaft ein, sondern stabilisieren den Darm, solange du sie gibst. Pulver zum Untermischen Synbiotikum Meist wirksamer als eines allein
Präbiotika sind das Futter, Probiotika die Gäste. Zusammen ergeben sie ein Synbiotikum.

Ein ehrliches Wort zur Produktauswahl. Nicht jedes Probiotikum passt zu jedem Hund, und die Qualität schwankt stark. Welches Präparat sinnvoll ist, gerade nach einer Antibiotikagabe, besprichst du am besten mit deiner Tierärztin, statt aufs Geratewohl zu kaufen.

Säule 4. Stress runter

Das wird gern übersehen, ist aber gut belegt. Über die Darm-Hirn-Achse wirkt Stress direkt auf den Darm. Dauerhaft hohe Stresshormone verändern die Bakterienzusammensetzung negativ. Feste Routinen, ausreichend Schlaf und Ruhe, Bewegung und ein entspannter Alltag sind deshalb keine netten Extras, sondern Teil des Darmaufbaus. Der beste Probiotika-Plan verpufft, wenn der Hund permanent unter Anspannung steht.

Für anhaltende Stressphasen wie einen Umzug oder viel Trubel im Haushalt findest du bei uns die Ruhetropfen. Sie ersetzen keine Routine, können den Alltag aber etwas entspannter machen.

Die vier Säulen des Darmaufbaus Schonkost entlastet den Darm, Präbiotika füttern die guten Bakterien, Probiotika unterstützen vorübergehend und weniger Stress schützt über die Darm-Hirn-Achse. Alle vier zusammen tragen den Darmaufbau. DIE VIER TRAGENDEN SÄULEN Ein stabiler Darm 1 Schonkost Ein bis zwei Tage leicht verdaulich, damit der gereizte Darm zur Ruhe kommt. 2 Präbiotika Ballaststoffe als Futter für die guten Bakterien. Die am besten belegte Säule. 3 Probiotika Lebende Kulturen, die unterstützen, solange du sie gibst. Wochen, nicht Tage. 4 Stress runter Über die Darm-Hirn- Achse wirkt Stress direkt auf die Bakterien im Darm. Fundament ist Geduld. Der Darm braucht Wochen, kein Wochenende. Die vier Säulen des Darmaufbaus Schonkost, Präbiotika, Probiotika und weniger Stress tragen gemeinsam den Darmaufbau. Fundament ist Geduld. DIE VIER TRAGENDEN SÄULEN Ein stabiler Darm 1SchonkostEin bis zwei Tage leicht verdaulich,damit der gereizte Darm zur Ruhe kommt.2PräbiotikaBallaststoffe als Futter für die gutenBakterien. Die am besten belegte Säule.3ProbiotikaLebende Kulturen, die unterstützen,solange du sie gibst. Wochen, nicht Tage.4Stress runterÜber die Darm-Hirn-Achse wirkt Stressdirekt auf die Bakterien im Darm. Fundament ist Geduld. Der Darm braucht Wochen, kein Wochenende.
Die vier Säulen greifen ineinander. Keine trägt allein.

Was die Forschung 2026 wirklich weiß (und was nicht)

Bevor es zu den Hausmitteln geht, ein Realitätscheck, der dir viel Geld sparen kann. Im Januar 2026 hat das Waltham Petcare Science Institute die bisher größte Bestandsaufnahme des Hunde-Darmmikrobioms veröffentlicht. Ausgewertet wurden über 500 Kotproben von mehr als 100 gesunden Hunden, und dabei kamen über 900 Bakterienstämme zum Vorschein, die vorher niemand kannte.

Eine Zahl daraus ist besonders eindrücklich. Vorher konnte die Wissenschaft nur etwa ein Viertel der Bakterien im Hundedarm überhaupt benennen. Heute sind es fast alle.

Was das für dich bedeutet. Sei skeptisch, wenn ein Produkt eine exakte Wirkung auf einzelne Bakterienstämme verspricht. Dafür ist zu vieles noch zu frisch erforscht. Die Studie zeigt außerdem, dass der Hundedarm anders aufgebaut ist als der menschliche. Probiotika aus der Humanmedizin lassen sich also nicht einfach übertragen. Klar bestätigt hat sie dagegen, dass der Hundedarm auf das Vergären von Pflanzenfasern ausgelegt ist. Die Präbiotika sind damit die am besten abgesicherte der vier Säulen.

Hausmittel im Faktencheck. Was wirkt, was nicht

Jetzt zu den populären Hausmitteln, ehrlich einsortiert. Vorweg ein Punkt, den kaum ein Ratgeber ausspricht. Für die meisten dieser Hausmittel gibt es beim Hund keine belastbaren Studien. Was folgt, beruht auf Erfahrungswerten und auf dem, was über die Wirkstoffe grundsätzlich bekannt ist.

  • Joghurt und Kefir. Enthalten lebende Kulturen und können in kleinen Mengen unterstützen. Viele Hunde vertragen Milchzucker allerdings schlecht. Wenn, dann nur wenig, ungesüßt, und beobachten, wie dein Hund reagiert.
  • Sauerkraut (roh, ungewürzt). Fermentiert und präbiotisch wirksam, in kleinen Mengen eine sinnvolle Ergänzung. Auf keinen Fall gewürzt oder mit Zwiebel.
  • Kürbis. Gute, leicht verdauliche Ballaststoffquelle und beliebter Präbiotika-Lieferant. Einer der unkompliziertesten Helfer.
  • Flohsamenschalen. Das am besten untersuchte Hausmittel dieser Liste. In einer Auswertung von 37 Hunden mit chronischem Dickdarmdurchfall, der im Mittel schon rund acht Monate bestand, besserte die Kombination aus leicht verdaulichem Futter und löslichen Flohsamenfasern die Beschwerden deutlich. Von den 27 Hunden mit dokumentiertem Verlauf sprachen 23 sehr gut bis ausgezeichnet an. Wichtig ist dabei, sie immer gut in Wasser aufquellen zu lassen, langsam einzuschleichen und für ausreichend Trinken zu sorgen.
  • Knochenbrühe. Mild, gut verträglich, spendet Flüssigkeit und wird zur Unterstützung geschätzt. Schadet in der Regel nicht.
  • Heilerde und medizinische Kohle. Binden Schadstoffe und können bei akutem Durchfall kurzfristig helfen. Sie binden aber auch Nährstoffe und Medikamente, deshalb nicht dauerhaft und nicht zeitgleich mit anderen Präparaten geben.
  • Kräuter wie Kurkuma, Oregano, Thymian. Ihnen wird eine antibakterielle Wirkung nachgesagt. Sie unterstützen aber eher die Darmreinigung als den Aufbau der Flora, und in Überdosierung können sie Durchfall oder Erbrechen auslösen. Belastbare Studien dazu fehlen beim Hund. Deshalb gilt hier nur nach tierärztlicher Absprache und in kleinen Mengen.

Der große Mythos vom Pulver, das man einfach drüberstreut. Das ist der häufigste Denkfehler. Ein Darmaufbau ist ein Prozess über Wochen, kein Schalter. Ein Pulver ohne passende Ernährung, ohne Präbiotika und ohne Stressabbau bringt wenig.

Wie lange dauert der Darmaufbau nach Antibiotika?

Geduld gehört dazu, denn das Mikrobiom lässt sich nicht über Nacht reparieren. Als grobe Orientierung, die je nach Hund und Vorgeschichte stark schwankt.

  • Nach einem leichten Infekt. Oft 2 bis 3 Wochen.
  • Nach einer Antibiotikagabe. Meist 4 bis 8 Wochen, weil ein größerer Teil der Flora betroffen war. Das ist keine Schätzung aus dem Bauch heraus. In einer Studie an 22 Hunden, die Metronidazol gegen Giardien bekamen, blieb die Bakteriengemeinschaft nach dem Ende der Behandlung noch vier bis sechs Wochen verändert, bevor sie ihre ursprüngliche Zusammensetzung wieder erreichte. Eine weitere Untersuchung kam auf einen Effekt von mindestens vier Wochen.
  • Bei chronischen Problemen oder nach Giardien. Teils mehrere Monate, bis sich das Milieu stabilisiert.

Ein wichtiger Zusatz, den die Studienlage nahelegt. Fester Kot heißt noch nicht erholter Darm. Die Verdauung normalisiert sich meist deutlich früher als das Mikrobiom dahinter. Diese Zahlen sind Näherungen, keine Garantien. Beobachte deinen Hund, dokumentiere Veränderungen bei Kot, Fell und Energie, und hab Geduld mit dem Prozess.

Wie lange der Darmaufbau dauert Nach einem leichten Infekt dauert es etwa zwei bis drei Wochen, nach einer Antibiotikagabe vier bis acht Wochen, bei chronischen Problemen oder nach Giardien mehrere Monate. Fester Kot bedeutet dabei noch keinen erholten Darm. WIE LANGE DAUERT DER AUFBAU 2 Wo. 4 Wo. 8 Wo. 3 Mon. Leichter Infekt 2 bis 3 Wochen Nach Antibiotika 4 bis 8 Wochen Chronisch oder Giardien mehrere Monate ! Fester Kot heißt noch nicht erholter Darm.Die Verdauung normalisiert sich meist deutlich früher als das Mikrobiom dahinter. Wie lange der Darmaufbau dauert Nach leichtem Infekt zwei bis drei Wochen, nach Antibiotika vier bis acht Wochen, bei chronischen Problemen mehrere Monate. WIE LANGE DAUERT DER AUFBAU Leichter Infekt2 bis 3 WochenNach Antibiotika4 bis 8 WochenChronisch oder Giardienmehrere Monate ! Fester Kot heißt noch nicht erholter Darm. Das Mikrobiom braucht länger als die Verdauung.
Richtwerte, die je nach Hund und Vorgeschichte stark schwanken.

Ein einfacher Fahrplan zum Mitnehmen

Wenn du es ganz praktisch möchtest, hier die Reihenfolge in Kürze.

  • Ist es ernst? Bei starkem oder anhaltendem Durchfall, Blut, Fieber oder Apathie zuerst zum Tierarzt. Sonst weiter mit Schritt 2.
  • Entlasten. Ein bis zwei Tage leichte Schonkost.
  • Füttern, was die guten Bakterien brauchen. Präbiotische Ballaststoffe (z. B. Kürbis) und, in Absprache, ein Synbiotikum aus Prä- und Probiotika.
  • Stress reduzieren. Ruhe, Routine, Schlaf, Bewegung.
  • Dranbleiben. Wochen, nicht Tage. Veränderungen beobachten.
  • Bei Unsicherheit Rücksprache halten. Gerade nach Antibiotika oder bei wiederkehrenden Problemen lohnt der tierärztliche Rat.

Fazit

Die Darmflora deines Hundes aufzubauen ist kein Hexenwerk, aber auch kein Wundermittel-Moment. Es ist ein Zusammenspiel aus entlastender Fütterung, den richtigen Ballaststoffen, sinnvollen Prä- und Probiotika und weniger Stress, über einige Wochen hinweg. Die meisten Hausmittel, die kursieren, sind entweder harmlose Unterstützer oder gehören mit Vorsicht behandelt. Der wichtigste Satz bleibt derselbe. Ein gesunder Darm ist ein Prozess, kein Produkt.

Jetzt bist du dran. Hast du schon einmal die Darmflora deines Hundes aufgebaut, etwa nach Antibiotika? Was hat bei euch funktioniert? Schreib es in die Kommentare.

Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden deines Hundes wende dich bitte an deine Tierarztpraxis.

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