Eicheln, Kastanien und Pilze: was für Hunde im Herbst wirklich giftig ist

Eicheln, Kastanien und Pilze: was für Hunde im Herbst wirklich giftig ist

 

Anfang Oktober, der Weg ist voll mit Laub, und irgendwo darin liegt etwas, das dein Hund interessanter findet als dich. Bis du bei ihm bist, ist es schon weg. Eine Eichel vermutlich. Oder eine Kastanie.

Die Liste, die man dazu überall findet, ist schnell erzählt. Eicheln giftig, Kastanien giftig, Pilze giftig, Tierarzt anrufen.

Diese Liste ist nicht falsch, aber sie gewichtet die Gefahren in der falschen Reihenfolge. Die zwei Dinge, vor denen am lautesten gewarnt wird, sind für einen erwachsenen Hund meistens ein Magen-Darm-Problem. Die zwei Dinge, die wirklich gefährlich werden, stehen selten im Text.

Was passiert, wenn dein Hund eine Eichel frisst

Eicheln enthalten Gerbstoffe, vor allem Tannine. Die reizen die Magen-Darm-Schleimhaut, und genau das sieht man auch. Erbrechen, Durchfall, manchmal blutig, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Müdigkeit. Der britische Veterinary Poisons Information Service, ein Notfalldienst aus London, bei dem Tierarztpraxen rund um die Uhr zu Vergiftungsfällen anrufen können, hält allerdings fest, dass Tannine vermutlich nicht der einzige beteiligte Stoff sind.

Spannender ist aber, wie diese Fälle ausgehen. In den Fällen, zu denen der Dienst überhaupt eine Rückmeldung bekommen hat, blieben die Tiere überwiegend symptomfrei oder erholten sich vollständig. Bei Pferden sieht das anders aus, bei Kleintieren ist die Behandlung meist unterstützend, und weil die Hunde ohnehin erbrechen, geht es vor allem darum, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Die eigentliche Gefahr ist eine andere. Nicht das Gift, sondern die Menge und die Form. Eicheln sind hart und werden oft im Ganzen geschluckt. Der Vergiftungsdienst nennt das Risiko eines Darmverschlusses ausdrücklich als Komplikation. Für einen kleinen Hund, der eine Handvoll aufsammelt, ist das das realistischere Problem als die Tannine.

Das heißt nicht, dass du entspannt zuschauen sollst. Es heißt, dass eine einzelne Eichel bei einem gesunden Hund normalerweise kein Notfall ist, und dass die Panik, die viele Halter dabei erleben, größer ist als das Risiko. Was zählt, ist die Menge und wie es deinem Hund in den Stunden danach geht.

Kastanie ist nicht gleich Kastanie

Hier lohnt sich die Unterscheidung, weil sie im Alltag oft untergeht. Die Rosskastanie ist der Baum in der Allee und auf dem Parkplatz, mit der stacheligen grünen Hülle und der glatten braunen Kugel. Die Esskastanie ist die mit der sehr viel feineren, igelartigen Hülle und der abgeflachten Frucht mit Spitze, also die Marone vom Weihnachtsmarkt.

Kastanie ist nicht gleich Kastanie Woran du die giftige von der harmlosen unterscheidest Rosskastanie Esskastanie die Marone HÜLLE Wenige dicke Stacheln Viele feine Borsten, wie ein Igel FRUCHT Rund, glatt und glänzend Abgeflacht, mit kleiner Spitze WO SIE LIEGT Allee, Parkplatz, Stadtstraße Wald und Weihnachtsmarkt FÜR DEN HUND Giftig, ab 1 bis 2 Samen Ungiftig Quellen 2 und 3. Beide Kastanien können im Ganzen verschluckt den Darm verlegen.

Giftig ist die Rosskastanie. Die toxikologische Datenbank der Universität Zürich stuft sie als stark giftig ein. Verantwortlich ist vor allem ein Gemisch aus Triterpensaponinen, das Aescin, mit einem Anteil von 3 bis 10 Prozent im Samen. Dazu kommen Hydroxycumarine wie Aesculin.

Die Wirkung beginnt im Magen-Darm-Trakt, den das Aescin reizt. Erst bei großen Mengen kommen Hämolyse und Sauerstoffmangel dazu, also die wirklich bedrohlichen Effekte. Für Hund und Katze nennt dieselbe Datenbank eine toxische Dosis von 1 bis 2 Samen pro Tier. Gemeint ist damit die Menge, ab der mit Vergiftungszeichen zu rechnen ist, und nicht eine tödliche Menge. Der Wert geht auf eine einzelne Quelle zurück und unterscheidet nicht nach Körpergewicht. Deutlich wird daran trotzdem etwas Wichtiges. Kritisch wird es hier nicht erst bei einer Handvoll.

Dazu kommt bei der Rosskastanie ein zweites, rein mechanisches Problem. Sie ist groß, rund und hart. Bei einem Yorkshire Terrier oder einem Mops kann sie den Darm verlegen, und dann geht es nicht mehr um Toxikologie, sondern um Chirurgie. Beides kann auch zusammen auftreten.

Die Esskastanie ist dagegen kein Giftfall. In den toxikologischen Datenbanken für Tiere taucht sie nicht als Giftpflanze auf, und die amerikanische Tierschutzorganisation ASPCA führt die nah verwandte Castanea dentata in ihrer Liste der für Hunde ungiftigen Pflanzen. Wenn dein Hund also im Park eine Marone aufsammelt, ist das kein Fall für den Notdienst. Was bleibt, ist die Menge. Maronen sind sehr stärkehaltig, und wie empfindlich der Darm auf so etwas reagiert, hängt stark vom einzelnen Hund ab. Mehr dazu in Darmflora beim Hund aufbauen.

Pilze sind die Kategorie, die wirklich tötet

Hier kippt der Artikel. Bei Pilzen ist die Sorge berechtigt, und die Zahlen sind deutlich. Pflanzen und Pilze zusammen machen in Deutschland etwa 14 Prozent aller Vergiftungsfälle beim Hund aus. Rund 25 Prozent dieser Fälle endeten zwischen 2012 und 2014 tödlich. Und unter den tödlich verlaufenden Pilzvergiftungen sind Pilze mit dem Toxin Amanitin die häufigste Ursache, also der Knollenblätterpilz und seine Verwandten.

Das ist eine andere Größenordnung als alles, was mit Eicheln zu tun hat. Und der Grund liegt nicht nur in der Giftigkeit, sondern in der Zeit.

Pilzvergiftung beim Hund, warum die Symptome erst später kommen

Das gefährlichste Toxin ist das Amanitin aus dem Knollenblätterpilz und einigen Verwandten. Es zeigt sich erst nach 6 bis 24 Stunden, zuerst mit wässrigem oder blutigem Durchfall und Erbrechen, danach folgt das Leber- und Nierenversagen. Die meisten Fälle enden tödlich, der Verlauf dauert etwa 72 bis 96 Stunden. Diese Spanne zwischen dem Fressen und dem ersten Symptom nennt man Latenzzeit, und sie ist bei einer Pilzvergiftung das eigentliche Problem.

Lies den ersten Teil davon noch einmal. 6 bis 24 Stunden. Das bedeutet, dass ein Hund, der morgens im Wald einen Pilz gefressen hat, den ganzen Tag über völlig normal wirkt. Er spielt, er frisst, er schläft. Wenn die ersten Symptome kommen, ist das Gift längst aufgenommen.

Deshalb ist bei Pilzen die Regel eine andere als bei Eicheln. Du wartest nicht ab, ob Symptome kommen. Du fährst, wenn du gesehen hast, dass er einen gefressen hat.

Wann die ersten Symptome kommen Stunden nach der Aufnahme, bis sich etwas zeigt Fliegenpilz, Muscimol und Ibotensäure 30 Minuten bis 2 Stunden Schimmelgifte auf Fallobst und Kompost 1 bis 2 Stunden Knollenblätterpilz, Amanitin 6 bis 24 Stunden In dieser Zeit wirkt der Hund völlig gesund. Deshalb wartest du bei Pilzen nicht ab. 0 h 6 h 12 h 18 h 24 h Nach dem ersten Symptom dauert ein Amanitin-Verlauf noch etwa 72 bis 96 Stunden. Quellen 4 und 5.

Andere Pilzgifte wirken schneller und sind dafür seltener tödlich. Muscimol und Ibotensäure aus dem Fliegenpilz zeigen sich nach 30 Minuten bis 2 Stunden mit Apathie und Schläfrigkeit oder mit Krämpfen. Muscarin aus Risspilzen löst Speichelfluss, Tränen, Harndrang, Durchfall und Erbrechen aus.

Was im Laub sonst noch wächst

Während alle auf die Eicheln schauen, liegt ein paar Meter weiter oft etwas, über das kaum gesprochen wird. Es kommt seltener vor als alles bisher Genannte, und gleichzeitig ist es der Punkt, an dem du am meisten selbst in der Hand hast.

Im Oktober liegt im Garten und am Wegrand wochenlang etwas herum, das langsam verdirbt. Fallobst unter dem Apfelbaum, Nüsse, Küchenabfälle auf dem Kompost. Darauf wachsen Schimmelpilze, und einige davon, vor allem Penicillium- und manche Aspergillus-Arten, bilden sogenannte tremorgene Mykotoxine. Das Laub selbst ist dabei nicht das Gift. Es ist eher die Schicht, unter der so etwas liegen kann, ohne dass du es siehst.

Was diese Gifte auslösen. Nach der Aufnahme beginnen die Symptome innerhalb von 1 bis 2 Stunden, manchmal etwas später. Typisch sind Erbrechen, Muskelzittern, Überempfindlichkeit gegenüber Reizen, Bewegungsunsicherheit, schnelle Augenbewegungen, erhöhter Puls und Krampfanfälle. Wie stark es ausfällt, hängt vor allem von der Menge ab. Bei kleinen Mengen bleibt es bei feinem Zittern über Stunden bis Tage, und die Erholung dauert dann meist Tage bis Wochen. Erst größere Mengen können Krämpfe auslösen und in schweren Fällen lebensbedrohlich werden. Einzelne Hunde bleiben länger unsicher auf den Beinen, in seltenen Fällen über Monate bis Jahre.

Die Quellen, über die Hunde an diese Gifte kommen, sind unspektakulär und liegen bei den meisten von uns im Garten oder auf der Gassirunde. Verschimmelte Lebensmittel, vor allem Walnüsse, Erdnüsse, Milchprodukte und Nudeln, dazu Küchenabfälle und Kompost. In einem dokumentierten Fall aus einer Tierklinik führte die Spur zu einem Komposthaufen mit überreifen Bananen, sicher nachweisen ließ sich die Quelle dort allerdings nicht. Weitere beschriebene Fälle gehen auf verschimmeltes Hundefutter, faule Äpfel, Abfall und Frischkäse zurück.

Der Komposthaufen ist dabei die Stelle, an die am wenigsten gedacht wird. Er steht meist hinten im Garten, er ist selten eingezäunt, und für einen Hund riecht er interessant. Wenn dein Hund freien Zugang zum Kompost hat, lohnt sich dort eine kleine Änderung mehr als jede Vorsicht in der Eichenallee.

Und noch etwas, das eher beruhigend gemeint ist als alarmierend. Zittern hat viele Ursachen, von Kälte über Aufregung bis Schmerz, und meistens steckt nichts Dramatisches dahinter. Schimmel ist nur eine Möglichkeit, an die selten jemand denkt. Genau deshalb lohnt sich bei einem neu auftretenden Zittern 1 bis 2 Stunden nach einem Waldspaziergang ein kurzer Anruf in der Praxis, statt es auszusitzen.

Woran du erkennst, dass es ernst ist

Diese Zeichen gehören in die Tierarztpraxis, und zwar zeitnah und nicht am nächsten Morgen.

  • Zittern, Muskelzucken oder Bewegungsunsicherheit. Besonders wenn es 1 bis 2 Stunden nach einem Spaziergang neu auftritt.
  • Krampfanfälle jeder Art. Sofort, ohne Abwarten.
  • Blutiger Durchfall oder blutiges Erbrechen. Unabhängig davon, was er gefressen hat.
  • Anhaltendes Erbrechen ohne Besserung. Wenn er nichts bei sich behält, verliert er schnell zu viel Flüssigkeit.
  • Aufgeblähter oder berührungsempfindlicher Bauch, Würgen ohne Ergebnis. Das sind Hinweise auf einen Verschluss, den der Vergiftungsdienst bei Eicheln ausdrücklich als Komplikation nennt.
  • Starker Speichelfluss zusammen mit Tränen und Harndrang. Dieses Muster passt zu bestimmten Pilzgiften.
  • Du hast gesehen, dass er einen Pilz gefressen hat. Auch wenn es ihm gut geht. Gerade dann.

Was du im Ernstfall tun solltest

Ruf an, bevor du fährst. Die Praxis kann sich vorbereiten, und du bekommst gesagt, ob du sofort kommen sollst oder beobachten kannst.

Nimm eine Probe mit oder fotografiere. Bei Pilzen ist das der entscheidende Punkt. Ein Rest vom Pilz, notfalls ein Foto vom Fundort mitsamt einem danebenstehenden Exemplar. Ohne Bestimmung tappt auch die Praxis im Dunkeln.

Merk dir die Uhrzeit. Wann hat er es gefressen, wann kam das erste Symptom? Bei Giften, die erst Stunden später wirken, ist diese Angabe wichtiger als jede Symptombeschreibung.

Versuch nicht, selbst Erbrechen auszulösen. Vor allem nicht mit Salz. Eine Prise oder ein Löffel Salz ins Maul galt jahrzehntelang als das Hausmittel dafür, und der Tipp hält sich bis heute hartnäckig. Das Merck Veterinary Manual führt die Gabe von Salz allerdings ausdrücklich unter den ungeeigneten Methoden der Dekontamination. Dazu kommt, dass Salz eine eigene Vergiftung auslösen kann. Die Anwendung als Brechmittel gilt als überholt, und die Anzeichen einer Salzvergiftung reichen von Erbrechen und Schwäche bis zu Muskelzittern und Krampfanfällen. Ob Erbrechen überhaupt sinnvoll ist, hängt vom Stoff, vom Zeitpunkt und vom Zustand deines Hundes ab. Bei ätzenden Stoffen oder einem Hund, der schon benommen ist, ist es sogar gefährlich. Diese Entscheidung gehört in die Praxis.

Kontrolliere regelmäßig deinen Garten. Pilze rechtzeitig zu entfernen, wird ausdrücklich empfohlen. Ein kurzer Blick über den Rasen vor dem Rauslassen kostet 10 Sekunden.

Wenn dein Hund etwas gefressen hat Die Reihenfolge, die im Ernstfall zählt 1 Ruf an, bevor du fährst Die Praxis kann sich vorbereiten und sagt dir, ob du sofort kommen sollst. 2 Mach ein Foto oder nimm eine Probe mit Ein Rest vom Pilz oder ein Bild vom Fundort sagt mehr als jede Beschreibung. 3 Merk dir die Uhrzeit Wann hat er es gefressen, wann kam das erste Zeichen. Dein Handy merkt es mit. 4 Löse kein Erbrechen aus Vor allem nicht mit Salz. Das gilt als überholt und kann selbst vergiften. 5 Bei einem Pilz fährst du sofort Auch wenn es ihm gut geht. Die ersten Zeichen kommen erst nach 6 bis 24 Stunden. Quellen 1, 4, 7 und 8. Diese Checkliste ersetzt keine tierärztliche Beratung.

Was du vorher tun kannst

Den Kompost sichern

Aus meiner Sicht der wirksamste Einzelschritt in diesem ganzen Artikel, und er kostet dich einen Nachmittag. Geschlossener Thermokomposter statt offener Haufen, oder ein Zaun drumherum. Damit fällt eine der am besten dokumentierten Quellen für tremorgene Mykotoxine weg.

Das Abbruchsignal ernst nehmen

Im Herbst zahlt sich aus, was du im Sommer geübt hast. Ein zuverlässiges Abbruch- oder Aussignal ist im Laub mehr wert als jede Vorsicht, weil du das meiste gar nicht siehst. Wenn das bei euch nicht sitzt, ist der Oktober der Monat, in dem du wieder daran arbeitest.

Die Route anpassen, nicht den Spaziergang streichen

Eichenalleen, Kastanienparkplätze und Waldränder mit viel Fallobst sind im Oktober schlicht anstrengender. Das ist kein Grund, drinnen zu bleiben. Es ist ein Grund, für ein paar Wochen die andere Runde zu gehen oder dort die Leine dranzulassen.

Schnüffeln lassen, statt zu sammeln

Ein Hund, der aufmerksam sucht, sammelt weniger nebenbei ein. Eine kleine Suchaufgabe unterwegs bindet die Nase und dich gleichzeitig, und sie fährt den Hund nicht hoch.

Meine ehrliche Empfehlung

Mach ein Foto. In dem Moment, in dem du merkst, dass er etwas gefressen hat, und zwar von dem, was da liegt. Vom Pilz, vom Fallobst, von der Stelle im Laub.

Das Foto hilft dir doppelt. Es zeigt, was da lag, und dein Handy schreibt die Uhrzeit automatisch dazu. Damit hast du genau die Angabe, nach der in der Praxis als Erstes gefragt wird, ohne dass du sie dir merken musst. Und die Praxis weiß von Anfang an, worum es überhaupt geht, ob Pilz, Fallobst oder Schimmel, statt sich auf eine Beschreibung am Telefon verlassen zu müssen.

Häufige Fragen

Mein Hund hat eine Eichel gefressen. Muss ich sofort zum Tierarzt?

Bei einer einzelnen Eichel und einem gesunden erwachsenen Hund in aller Regel nicht. Beobachte ihn die nächsten 24 Stunden auf Erbrechen, Durchfall, Müdigkeit und Bauchschmerzen. Anders sieht es aus, wenn er mehrere gefressen hat, wenn er klein ist, oder wenn Blut im Kot oder Erbrochenen auftaucht. Die berichteten Fälle verlaufen überwiegend glimpflich, aber das ist eine Wahrscheinlichkeit und keine Garantie.

Sind Kastanien für Hunde giftig?

Die Rosskastanie ja, sie gilt als stark giftig und enthält Aescin. Die Giftpflanzendatenbank der Universität Zürich nennt für Hund und Katze bereits 1 bis 2 Samen als toxische Dosis. Die Esskastanie, also die Marone, gilt dagegen als ungiftig. Bei beiden kommt die Größe als eigenes Risiko dazu, weil sie im Ganzen verschluckt einen Darmverschluss verursachen können.

Sind Bucheckern gefährlich?

Die Giftpflanzendatenbank der Universität Zürich stuft die Buche als schwach giftig ein, für Pferde als stark giftig. In den Bucheckern stecken unter anderem Saponine, Oxalsäure und Thiaminase. Für den Hund nennt die Datenbank weder Symptome noch eine Giftdosis, dort liegen schlicht keine Daten vor. Praktisch heißt das, halte es wie bei den Eicheln. Ein paar aufgesammelte Bucheckern sind bei einem gesunden erwachsenen Hund in aller Regel kein Notfall, bei einer größeren Menge rufst du an. Gesicherte Zahlen für Hunde gibt es nicht, und das wird selten dazugesagt.

Mein Hund hat einen Pilz gefressen, was soll ich tun?

Fahr in die Praxis, ohne auf Symptome zu warten. Beim Amanitin aus dem Knollenblätterpilz zeigen sich die ersten Anzeichen erst nach 6 bis 24 Stunden, und dann ist das Gift längst aufgenommen. Nimm wenn möglich ein Stück des Pilzes oder ein Foto davon mit. Versuch nicht, selbst Erbrechen auszulösen.

Mein Hund zittert nach dem Spaziergang, woran kann das liegen?

Zittern hat viele mögliche Ursachen, von Kälte über Aufregung bis zu Schmerzen. Im Herbst kommt eine dazu, an die selten jemand denkt. Tremorgene Mykotoxine aus Schimmel auf Fallobst, Nüssen oder Kompost lösen Muskelzittern, Überempfindlichkeit gegenüber Reizen und Krampfanfälle aus, meist innerhalb von 1 bis 2 Stunden. Wenn dein Hund zittert und kurz vorher an Kompost, Fallobst oder Abfall war, gehört er in die Praxis.

Darf mein Hund in Laub spielen?

Ja. Laub selbst ist kein Gift. Was darin liegt, kann eines sein, vor allem verrottendes Fallobst. Es geht also nicht darum, Laub zu meiden, sondern darum, im Blick zu behalten, was er darin findet.

Ist Fallobst im Garten für Hunde gefährlich?

Gefährlich ist weniger das Obst selbst als das, was darauf wächst, wenn es länger liegen bleibt. Auf verdorbenem Obst, Nüssen und Küchenabfällen bilden manche Schimmelpilze tremorgene Mykotoxine, die Muskelzittern, Überempfindlichkeit gegenüber Reizen und Krampfanfälle auslösen können. Beschriebene Vergiftungsfälle gehen unter anderem auf faule Äpfel und einen Komposthaufen mit überreifen Bananen zurück. Wer das Obst regelmäßig aufsammelt und den Kompost sichert, hat damit die am besten dokumentierte Quelle im Griff.

Fazit

Der Herbst ist nicht gefährlich, weil überall Eicheln liegen. Er ist gefährlich, weil zwischen den Eicheln 2 Dinge liegen, über die weniger geredet wird.

Eicheln sind für einen gesunden erwachsenen Hund in kleiner Menge meistens ein Magenproblem, und dort ist der Verschluss oft das nähere Risiko als das Gift. Bei der Rosskastanie liegt die angegebene toxische Dosis dagegen schon bei 1 bis 2 Samen, da lohnt der Anruf also früher. Pilze und Schimmel sind die Kategorien, bei denen es wirklich um etwas geht, und bei beiden entscheidet die Zeit.

Am Ende läuft dieser ganze Artikel auf etwas ziemlich Unspektakuläres hinaus. Den Kompost sichern, das Fallobst aufsammeln, im Laub hinschauen und im Zweifel die Uhrzeit kennen. Mehr ist es nicht. Der Herbst bleibt eine gute Jahreszeit für lange Spaziergänge, du schaust nur an ein paar Stellen genauer hin.

Jetzt bist du dran. Wie geht ihr im Herbst mit dem Sammeln um, und was hat bei euch am besten funktioniert? Schreib es gern in die Kommentare.

Passend dazu. Warum der Darm auf solche Dinge so unterschiedlich reagiert, liest du in Darmflora beim Hund aufbauen.

Und wenn dein Hund älter wird. Welche leisen Zeichen du nicht übersehen solltest, steht in Alter Hund: 7 Zeichen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich bitte sofort an deine Tierarztpraxis oder an den tierärztlichen Notdienst.

Transparenz: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle fachlichen Aussagen sind anhand der unten genannten Quellen kontrolliert.

Quellen

  1. Veterinary Poisons Information Service (2020). Oak and acorns (Quercus species). Quelle ansehen
  2. CliniTox, Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Universität Zürich. Giftpflanzendatenbank, Aesculus hippocastanum. Quelle ansehen
  3. ASPCA Animal Poison Control. Toxic and Non-Toxic Plants, Chestnut, Castanea dentata. Dort als ungiftig für Hunde geführt. Quelle ansehen
  4. Thieme Tiermedizin (2025). Gefahr im Herbst. Pilzintoxikationen bei Hunden. Der Beitrag stützt seine Zahlen auf zwei Erhebungen, nämlich McFarland SE, Mischke RH, Hopster-Iversen C et al., Systematic account of animal poisonings in Germany 2012 bis 2015, Veterinary Record 2017, 180: 327, sowie Allkämper S, Kösters S, Campe A et al., Vergiftungsverdachtsfälle in der Kleintierpraxis, Tierärztliche Praxis Ausgabe K 2018, 46: 145 bis 155. Quelle ansehen
  5. MSD bzw. Merck Veterinary Manual. Tremorgenic Neuromycotoxicosis in Dogs. Quelle ansehen
  6. Novotna T, Sitarova B, Hoskova Z et al. (2023). Tremorgenic mycotoxin poisoning in a dog. A case report. Veterinární Medicína 68(12), 483 bis 489. Quelle ansehen
  7. MSD bzw. Merck Veterinary Manual (2024). Principles of Toxicosis Treatment in Animals. Abschnitt zur Dekontamination und zum Auslösen von Erbrechen. Quelle ansehen
  8. MSD bzw. Merck Veterinary Manual. Salt Toxicosis in Animals. Abschnitt zur Anwendung von Salz als Brechmittel und zu den Vergiftungszeichen. Quelle ansehen
  9. CliniTox, Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Universität Zürich. Giftpflanzendatenbank, Fagus sylvatica. Quelle ansehen
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